Hochzeitstraditionen

Old Maltese Wedding

Moderne Hochzeiten in Malta ähneln denen in anderen europäischen Ländern, aber dies war früher nicht immer der Fall.

Die Tochter wurde bei der Wahl des zukünftigen Ehemannes nicht immer nach Ihrer Meinung gefragt. Wenn die Eltern der Meinung waren, dass es an der Zeit sei, die Tochter zu vermählen, stellten sie ein Gefäß mit Süßigkeiten auf eine Steinhalterung an der Außenmauer ihres Hauses.

Wenn ein junger Mann das bemerkte, suchte er sich einen älteren Mann, der als Vermittler (ħuttab) fungieren und seine Nachricht an die Eltern des Mädchens überbringen sollte. Wenn sie einverstanden waren, wurde ein Vertrag aufgesetzt und die Mitgift des Mädchens festgelegt. Der junge Mann schickte der Geliebten einen Fisch mit einem Goldring im Maul. Dann wurde Verlobung "Ir-Rabta" gefeiert.

Während dieser Feier wurde die Braut üblicherweise ihrem künftigen Ehemann in Anwesenheit beider Elternpaare vorgestellt. Als Symbol der Treue erhielt sie einen Verlobungsring in Form von zwei eingravierten verbundenen Händen. Im Gegenzug schenkte sie ihrem Zukünftigen ein Taschentuch mit Spitzenrand.

Am Hochzeitstag begleitete eine Gruppe von Musikern und Sängern das Paar auf dem Weg zur Kirche und sang Verse zum Lob des neuen Paars. Bei der Rückkehr aus der Kirche wurden Sie mit Getreide und Nüssen beworfen. Die Gäste blieben zum Hochzeitsbankett, zu dem sie oft Wein sowie Speisen selbst beitrugen. Die Braut speiste in einem separaten Raum, aber gegen Ende des Essens setzte sie sich neben den Bräutigam und trank sogar aus seinem Glas.

Manchmal gab es auch Tanz mit Kastagnetten, ein Brauch, der während der Aragonesischen Herrschaft im 15. Jahrhundert entstanden sein könnte. Während des Essens legten die Gäste Geschenke in den Schoß der Braut, die am Kopfende des Raums saß.

Acht Tage nach der Hochzeit verließ die Braut das Haus ihres Vaters. Das wurde "Il-Ħarġa" genannt. Üblicherweise wurde sie von ihrem Mann prunkvoll im neuen Heim begrüßt.

Während des ersten Ehejahres nahm der Mann seine Frau zu zwei großen Festen mit, der Festa des Heiligen Gregor, die am ersten Mittwoch nach Ostern in Zejtun und Marsaxlokk gefeiert wird, und zur "L-Imnarja" Ende Juni, dem Feiertag zu Ehren des Martyriums der Heiligen Peter und Paul. Am Vorabend dieses Feiertags treffen sich die Menschen in Buskett, einem kleinen Waldgebiet außerhalb Rabats, um Kanincheneintopf zu essen, Wein zu trinken und den als "l-għana" bekannten Volksliedern zu lauschen.

Zu ihrer Hochzeit trug die Braut einen besonderen Kopfschmuck. Wenn sie die "għonnella", auch als "faldetta' bekannt, trug, bedeutete dies, dass sie schon einmal verheiratet war. Damals wurden viele Frauen Witwen, da die Männer üblicherweise Soldaten oder Seeleute waren und oft schon in jungen Jahren ums Leben kamen. Wenn die Braut Jungfrau war, trug sie einen Hut (kappell) oder einen Schleier (mant). Der Hut war normalerweise rehbraun zu einem silbergrauen Kleid. Schleier und Kleid waren normalerweise weiß.  

     
  Die Informationen in diesem Abschnitt stammen von dritten religiösen oder öffentlichen Stellen und können gelegentlichen Änderungen unterliegen. Wenn Sie auf Malta heiraten möchten, raten wir Ihnen daher, sich direkt beim maltesischen Standesamt, bei der maltesischen & gozitanischen Diözese (für römisch-katholische Hochzeiten) oder bei der Vertretung ihrer jeweiligen religiösen Glaubensgemeinschaft über das aktuell geltende Eherecht sowie dessen Bestimmungen und Einschränkungen zu informieren.