Der Helige Paulus auf Malta

Das Christentum hat eine fast 2000-jährige Geschichte auf Malta. Der Legende nach wurde es von keinem geringerem als Paulus selbst im Jahre 60 auf den Inseln eingeführt.

Paulus wurde nach Rom gebracht, um als politischer Rebell verurteilt zu werden, aber das Schiff, das ihn und 274 andere trug, geriet in einen fürchterlichen Sturm und wurde 2 Wochen später an der Maltesischen Küste angespült. Alle an Bord konnten sich sicher an Land retten.

Der Ort der Strandung ist traditionell als St-Pauls-Insel bekannt. Eine Statue erinnert an das Ereignis.

Der Empfang, der den Schiffbrüchigen gemacht wurde, wird in den Apostelakten (XXVIII) bei Lukas beschrieben. Und als sie flüchteten, wussten sie, dass die Insel Melita hieß.

Und die barbarischen Menschen zeigten uns nicht wenig Herzlichkeit: sie zündeten ein Feuer und hießen jeden willkommen.
Der Verweis auf ‚barbarisch' zeigt an, dass die Leute weder latein noch griechisch sprachen.
Das alte Maltesisch geht aus dem Phönizischen hervor.

Als das Feuer gezündet war, wurde Paulus von einer giftigen Schlange gebissen aber hatte keine Vergiftungserscheinungen. Die Insulaner nahmen das als Zeichen, dass es sich um einen besonderen Mann handelte. Diese Szene ist in vielen religiösen Werken der Insel dargestellt.

Der Tradition nach suchte der Apostel Zuflucht in einer Höhle, jetzt bekannt als St.Pauls-Katakomben in Rabat, Malta.

Während seiner Überwinterung wurde er in das Haus Publius' eingeladen, der der römische Hauptmann der Insel war. Der Legende nach heilte Paulus Publius' Vater von einem schweren Fieber. Publius ist daraufhin zum Christentum konvertiert und wurde zum ersten Bischof von Malta. Der Dom in Mdina soll angeblich an der Stelle von Publius' Haus stehen.

Legende hin oder her - archäologische Funde beweisen, dass Malta tatsächlich als eine der ersten römischen Kolonien zum Christentum übergetreten ist.