2. Weltkrieg

Zusammen mit der Großen Belagerung von 1565 ist der zweite Weltkrieg die am besten dokumentierte Phase in der Geschichte Maltas. Wieder machte die strategische Lage der Inseln sie zu einer Hauptbühne für den Krieg im Mittelmeer: ein Schlüsselposten der Alliierten, von dem aus sie ihre Nordafrikakampagne kontrollieren konnten und von wo aus eventuelle Angriffe auf das italienische Festland gestartet werden konnten.

Bevor dies geschah waren die Inseln jedoch Ziel der schwersten Bombenangriffe des gesamten Krieges. Die Malteser Bevölkerung mag das einzige Volk sein, das aus dem Krieg mit der Georg-Cross-Auszeichnung, Großbritanniens höchster Zivilehrung für Tapferkeit, herausgegangen ist, aber der Krieg hat das Land auch völlig verwüstet: Malta hält den traurigen Rekord der schwersten, ununterbrochenen Bombenangriffe: 154 Tage und Nächte lang sind 6700 Tonnen an Bomben niedergegangen.

Die Briten zweifelten, ob sie Malta unterhalten und schützen konnten. Zwar war Malta strategisch per-fekt gelegen aber auch sehr schwierig zu verteidi-gen. Nach dem Obersten Admiral sah jedoch auch Winston Churchill ein, dass Malta für die Kriegs-pläne wesentlich und für die Versorgung wichtig war.

Malta trat plötzlich und scharf in den Krieg ein. Am Tag nach der Kriegserklärung Mussolinis, dem 10. Juni 1940, griffen italienische Bomber Valletta und seine Häfen an. Die Briten hatten nur drei Doppel-decker namens Faith, Hope und Charity auf den Inseln. ‚Faith' kann man nun restauriert im Nationa-len Kriegsmuseum in Fort St. Elmo, Valletta sehen.

Malta wurde zur Basis für Alliiertenangriffe auf feindliche Schiffe, die Versorgungsrouten nach Nordafrika befuhren, und auf italienische Luftwaffen- und Marinestützpunkte. Im Gegenzug waren die Inseln unter ständigem Beschuss, in einem Teufelskreis der Feuererwiderung. Wie Churchill vorhergesehen hatte, war Malta entscheidend für die Verringerung der Effektivität der feindlichen Nordafrikavorstöße. Aber dieser Erfolg kostete seinen Preis.

Die Inseln standen von jeher hoch auf der Agenda der Feinde. Stukabomber aus Sizilien sollten Malta zur Kapitulation bringen. Maltas Rekord der längsten Bombardierung fand 1942 statt und wird heute als die ‚Belagerung von Malta' bezeichnet - die 20.Jahrhundert-Kriegsversion der Großen Belagerung von 1565. Von April bis durch den Sommer wurden die Inseln an den Rand der Kapitulation gedrängt.

Wie durch ein Wunder rettete sich am 15. August ein angeschlagener Versorgungsschiffskonvoy in den Großen Hafen. Der stark beschädigte Öltanker Ohio und ein paar Kriegsschiffe mit begrenzten Rationen retteten die Inseln vor der Aufgabe und Aushungerung. Die Schiffe wurden Santa-Marija-Konvoy genannt, weil der 15. August das religiöse Fest der Jungfrau Maria ist. 1943 war Malta eine der Basen für den alliierten Angriff auf Sizilien und später den Vorstoß nach Italien. Die italienische Marine kapitulierte am 8. September, rein zufällig der gleiche Tag, an dem 378 Jahre zuvor die Große Belagerung zuende gegangen war.

Zu Kriegsende lagen die Inseln physisch und wirtschaftlich in Trümmern.1947 wurden ihnen
£30 Millionen Aufbauhilfe zugesprochen. Es dauerte jedoch nach dem entgültigen Abzug der britischen Truppen aus Malta 1979 noch mehrere Jahrzehnte bis sich die Wirtschaft durch weitere Aufbauleistungen erholt hatte.