Unter normannischer Herrschaft

Wie die Geschichte so spielt, geht die maltesische Nationalflagge auf den normannischen Grafen Roger zurück. Im Kampf mit den Arabern soll er die Hälfte seiner rot-weiß-karierten Flagge abgerissen und den maltesischen Männer an den Waffen gegeben haben.

Die meisten Darstellungen der Geschichte Maltas widmen dem Mittelalter wenig Aufmerksamkeit. Dies liegt wohl daran, dass Malta nur eine Nebenrolle in den Plänen der Machthaber des größeren Nachbarn Sizilien spielte. In dieser Phase traten jedoch die maltesischen Adligen hervor, die ihre Paläste in der Stadtmauerstadt Mdina errichteten. Die Stadt blieb auch in den folgenden Jahrhunderten eine Enklave des niedrigen Adels Maltas.

Sie können schöne Beispiele der siculo (sizilianisch)-normannischen Architektur auch heute in der Stadt sehen.

Für den Rest der Bevölkerung war das Mittelalter eine Zeit der Armut. Es gab häufige Aufstände der nordafrikanischen und türkischen Berberkorsaren. Die Malteser und insbesondere die Leute Gozos wurde zur Sklaverei verschleppt.
Die Inseln liefen durch die Hände vieler europäischer Königshäuser und Adliger: deutsche Prinzen, französische Aristokraten u.v.m. Das Schicksal der maltesischen Inseln hing von Heiraten, Verträgen und Allianzen ab.

Die Heirat Ferdinands von Aragon mit Isabella von Kastilien vereinigte Spanien 1479. Unter ihrem Enkel, dem Heiligen Römischen König Carlos V, fielen die Inseln an das Spanische Reich. Und Carlos wiederum gab die Inseln an den St. Johannes-Ritterorden.